„Hoffe,
daß die Offiziere in jeder Beziehung gegen die
Unverschämtheiten des Zaberner Plebs [sic!] geschützt
werden. Es müßte ein Exemplum statuiert werden, um
den Herren Eingeborenen die Lust an derartigen Vorfällen zu
versalzen. Besten Gruß!, gez. Wilhelm, Kronprinz“.
Mit diesem dreisten Telegramm an den Komman-dierenden
General XV. Armeekorps und einem ähnlichen an den Kommandeur
des Infanterieregiments Nr. 99 mischte sich der Kronprinz des Deutschen
Reiches und von Preußen, Wilhelm, vor nunmehr 90 Jahren in
einen Vorgang ein, der als „Zaberner Affaire“ in
die Geschichte eingegangen ist und am Vorabend des Weltkrieges
blitzartig den Vorhang hob vor einem seit der Wiedereingliederung des
Elsaß und Teilen von Lothringen in das Reichsgebiet
schwelenden Dauerbrand, der die Luft in den Reichslanden schon lange
vorher belastet hat. ...
Im
weiteren beleuchtet der Verfasser den historischen und politischen
Hintergrund und zeigt die verhängnisvolle Auswirkung des
Vorgangs in Zabern am 28. Oktober 1913 auf, in der es letztlich um das
Verhältnis von bewaffneter Macht zu politisch-ziviler
Führung, um die angemaßte Vorrangstellung des
vornehmsten Standes im Staate gegenüber dem Anspruche des
Parlaments ging.
(Die Abbildung zeigt Prinz Wilhelm von Preußen, Kronprinz des Deutschen Reiches.)